Was Stadt- und Landhonig so unterschiedlich und so besonders macht

Foto: Thomas Schubert

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Berliner Stadthonig kommt aus Kleingärten und Parks, von Friedhöfen, von Balkonen und vielen immer grüner werdenden Dächern. Berlin gilt als eine Stadt mit besonders vielen Grünflächen und hier gibt es für die Bienen über die gesamte Blühsaison hinweg Nahrung für die Bienen. Stadthonig ist Vielfalt pur und das schmeckt man auch, denn in den Stadthonig-Sorten mischen sich viele verschiedene Geschmäcker von Pflanzen, die sehr oft gleichzeitig blühen.

Was den Stadthonig vom Landhonig unterscheidet, sind deshalb auch die Sorten. So gibt es in der Stadt keinen Raps- oder Kornblumenhonig, es gibt seltener Waldhonig und auch keine Sorten wie Buchweizenhonig oder reinen Sonnenblumenhonig. Dafür gibt es herrlichen Frühlings- und Sommerblütenhonig, es gibt manches Mal Robinienhonig und – typisch für Berlin – Lindenhonig. Lindenhonig gibt es deshalb meist fast als einzigen Sortenhonig aus der Hauptstadt, weil hier besonders viele Linden als robuste Straßenbäume gepflanzt wurden – und das in den verschiedensten Sorten wie Sommerlinde, Winterlinde oder auch die Silberlinde, die sich meistens in den Blühzeiten abwechseln bzw. nacheinander blühen. Auf dem Land gibt es – bestimmt durch die Landwirtschaft – dagegen die Möglichkeit, den reinen Sortenhonig zu ernten. So beginnt hier das Jahr mit der Rapsblüte, die die Felder gelb strahlend leuchten lässt. Außerdem blühen gleich zum Beginn des Frühlings meist viele Obstbäume und locken die Bienen an. Nach dem Raps folgt die Robinienblüte und Imker, die rechtzeitig die Honigräume wechseln, können dann nach dem cremigen Rapshonig zugleich den flüssigen, lieblichen Robinienhonig ernten. Weiter geht es auf dem Land auch mit der Lindenblüte und es folgen dann entweder klassische Sommerhonige wie Sonnenblume, Phacelia, dunkler Waldhonig mit viel Honigtau oder ein leckerer Mischhonig aus allen Sommerblüten, die die Bienen mögen. Hier in unserer Region hat aber noch eine andere beliebte Sorte Tradition: der Heidehonig.

Da die Sorten bzw. das sogenannte Glukose-Fruktose-Verhältnis über die Konsistenz des Honigs bestimmen, gibt es auch dabei Unterschiede zwischen Stadt und Land. Der Stadthonig ist meist flüssig oder flüssiger als der Honig vom Land, da der Nektar von Bäumen mehr Fruktose enthält. Er kristallisiert später aus. Rapshonig, als typischer Landhonig und Frühjahr, und Sonnenblumenhonig aus dem Spätsommer enthalten dagegen viel Glukose und kristallisieren schneller. Dieser Honig wird meist cremig gerührt. In der Stadt ist es, wenn überhaupt, die Obstbaumblüte, die den Honig schneller kristallisieren lässt.

Die Bienen sammeln das, was sie in ihrer Umgebung finden. Zwar erstreckt sich ihr Flugradius auf rund drei Kilometer – wenn sehr sehr wenig blüht auch mal bis zu fünf Kilometern – doch Bienen legen großen Wert auf Effizienz. Finden sie eine gute Nektarquelle, die nahe liegt und viel Nektar für viele Bienen bietet, dann nutzen sie diese und fliegen in einer möglichst großen Anzahl dorthin. Deshalb gibt es Sortenhonig. Man spricht davon, dass Honigbienen sortenstet sind. Wo, der beste Nektar zu finden ist, sagt die Honigbienen ihren Schwestern über den sogenannten Schwänzeltanz weiter – eine Besonderheit der Honigbienen. Andere Bienen können das nicht.

 

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